Suzuki Katana Owners Club Forum

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Der KatanaOwnersClub besteht seit 1997 und hat sich aus Freundschaften zwischen verschiedenen Suzuki Katanafahrern aus dem Raum Osnabrück und Minden entwickelt. Inzwischen haben wir auch aus anderen Regionen Mitglieder dazugewonnen.
 
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 Betreff des Beitrags: Eigene Katana
BeitragVerfasst: Sa 5. Dez 2020, 11:10 
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Heute bei dem traurigen Wetter gibt’s wenig im Forum zu lesen. Also schreib ich selbst was. Über meiner Renovierungsaktion.
Beschafft hab ich die Katana 1983. Das Ding sah nicht gut aus und hatte auch reichlich PS. Ich hab´s auch 10 Jahre benutzt. Einige der hervorragenden Features sind das vollgasfeste Transportsystem sowie die serienmäßig integrierte Handschuhheizung.

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Irgendwann ist das Teil mal eben 25 Jahre in der Garage stehen geblieben. Ich dachte, mal drüberwischen, neue Batterie und Reifen, dann fährt´s wieder. Nach dem Entfernen der Plane gab es eine Überraschung. Habe gut ein halbes Jahr drüber nachgedacht, ob Schrott oder Totalrestaurierung.

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Als ich mich für die Totalrestaurierung entschieden hatte, wurde ich erstmal geerdet. Nichtmal der Tankdeckel ließ sich öffnen. Schlüssel ließ sich nicht drehen. Zu diversen Schlüsseldiensten mit dem Blecheimer, aber niemand konnte oder wollte helfen.

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War der Frust pur. Katana restaurieren, und krieg nicht mal den Tankdeckel auf. Kein Schütteln, kein Wackeln half. Einfach fest. Habe das Blech dann über den Schließzylinder entfernt. Zwei Bohrungen in den Schließzylinder. Groß genug für eine Telefonzange, 2mm. Anschließend Schlüssel rein und mit der Telefonzange gedreht. Ging auf. Von den Codierungsscheibchen im Schließzylinder war eines gebrochen und hat blockiert. Die Gewalt der Telefonzange war aber unerbittlich. Nun hatte ich endlich mein erstes Renovierungsteil: Den Tankdeckel. Den Schließzylinder habe ich dann auseinander genommen und das zerbrochene Codierungsscheibchen entfernt. Klar, jetzt passen ein paar mehr Schlüssel.

Tja, die anderen Teile ließen sich tatsächlich abschrauben. Bisschen W40 und einen Tag warten. Kleine Teile in Gefrierbeutel verpacken und beschriften und weinen. Die meisten Teile sahen ja so furchtbar aus. Vielleicht war es keine so gute Idee, in der Garage auch Holz zum Trocknen zu lagern. Vielleicht ist es ja auch nur der Zahn der Zeit. Trage meine Haare heute ja auch weiß. Verblüfft hat mich: Die schönen messingfarbenen Schrauben für die Zündspulen sind die einzigen Teile, die fest waren und der Säge zum Opfer gefallen sind.

Also nun mal den Rahmen hübsch pulverbeschichten lassen. Das passende Katanasilber gab´s leider nicht, dafür ein etwas stärker reflektierendes. Glänzt wunderschön bei Sonnenschein. Den schönen Rahmen neben die Räder gestellt ergab zweifelsfrei: Auch die müssen lackiert werden. Unter dem Klarlack der Räder hatte sich Korrosion gebildet. Sah schlimm hässlich aus. Also erstmal ins Internet, schaun, wie man die Radlager rausbekommt. Werkzeug bestellt und rausklopfen. Auch die Räder erstmal pulverbeschichten. Spätestens jetzt hatte mich der Originalvirus befallen. Geld und Zeit spielen keine Rolle. Ob das Ding fährt, ist auch egal, Hauptsache original. Die Räder waren im Original lackiert, die Flanken aber geschliffen. Also hab ich die Flanken polieren lassen, um möglichst nahe an das Original zu kommen. Hab mich ein wenig geärgert, dass der Farbton nicht ganz dem Originalfarbton entspricht.
Die Federgabel war für den Ahnungslosen, also mich, ein schlimmes Problem. Dämpferstange ließ sich nicht ausbauen, hat sich immer mitgedreht. Hab viel Zeit vorm Rechner verbracht und nichts Brauchbares gefunden. Außer die Nummer für ein Spezialwerkzeug zum Gegenhalten. Besenstiel zum Gegenhalten gehört ins Reich der Mythen und Märchen. Die Lösung ist ganz einfach: Gewindestange mit gekonterter Mutter ersetzt das Spezialwerkzeug.

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Nun konnte ich die Seegerringe ersetzen, die Gabelfederlänge kontrollieren, den Modulartortauchersatz auseinandergeschraubt, geprüft und persönlich begrüßt. Damit dann alles hübsch aussieht, hab ich anschließend die Gabel auch poliert.

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Jedenfalls war jetzt ungefähr der Zeitpunkt, wo man im Internet nach den vielen schönen neuen Teilen surft. Ich find´s erstaunlich, was es alles noch gibt, und wer das verkauft.
Für die Hinterradbremse gibt´s nicht nur neue Kolben, sondern auch Federn, Bleche und das Gummiinnenleben. Für die Vorderradbremsen ebenso. Natürlich brauchen auch die Bremszylinder vorne und hinten ein neues Innenleben.

Na so was, kann nix Bilder mehr hochladen. Geht dann morgen weiter?! :shock: :shock:


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 Betreff des Beitrags: Re: Eigene Katana
BeitragVerfasst: Sa 5. Dez 2020, 13:50 
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Hallo,

endlich passiert hier mal etwas!

Sehr schöne und ausführliche Doku, mach weiter so...

Und die Katana wird bestimmt ein richtiger Hingucker!

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Schönes Wochenende

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"...schön, so Oldschool zu sein!!
Nix Fahrmodi, Quickshift, ABS und so´n Schnickschnack!!"


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 Betreff des Beitrags: Re: Eigene Katana
BeitragVerfasst: Sa 5. Dez 2020, 19:53 
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Endlich mal wieder eine schöne Doku ... Super

Ach ja, ich glaube man kann nur 5 Bilder pro Beitag einstellen. Also einfach einen neuen Beitrag erstellen, dann gehen auch weitere Bilder ;)

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Gruß Michael


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 Betreff des Beitrags: Re: Eigene Katana
BeitragVerfasst: Sa 5. Dez 2020, 20:16 
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Sehr schön - weitermachen


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 Betreff des Beitrags: Re: Eigene Katana
BeitragVerfasst: So 6. Dez 2020, 10:47 
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Lass den Kopf nicht hängen und mach weiter!
Es ist ein langes Projekt, aber du wirst zum Schluß viel Freude haben.
Infos hier im Forum bekommst du ja genug.
LG
Peter

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KATANA - Das Motorrad und nicht das Schwert


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 Betreff des Beitrags: Re: Eigene Katana
BeitragVerfasst: So 6. Dez 2020, 12:09 
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Danke für Antworten :D

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Der blöde linke Lenkerschalter war natürlich kaputt. Schon die Tester haben in den Achtzigern diesen Kombischalter gehasst. Hab mich dran gewöhnt und wollte den unbedingt kaufen. Beim Niederländer bin ich fündig geworden. https://www.cmsnl.com/suzuki-gs1100s-19 ... 8pbXGVKiUk
Da gibt´s ne Unmenge Teile. Nicht ganz billig. Für die Katana gibt´s den Kombischalter natürlich nicht. Trickreich kann man nach Suzuki-Modellen aus der gleichen Ära surfen und ein wenig interpolieren.
Gekauft habe ich dann mit Teile Nummer 3740049312000; Ersetzt durch: 37400-49312-000 etwas günstiger beim Konkurrenten :geek:

Aber wenn der Neuteilewahn erstmal zuschlägt, bestellt man. Spiegel zum Beispiel. Da bröselt das Plastik nach 35 Jahren einfach so weg. Auch neue begehbare Blinker für vorne hab ich spendiert. Zuvor hab ich bei Ebay bestellt. Sehr günstig, aber leider nicht wasserdicht.

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Die Beschaffung eines neuen Auspuffs erschien unumgänglich. Durch hartnäckiges Sitzen vor dem Rechner :geek: :geek: ließ sich sogar ein fast neuer Originalauspuff finden. Es gibt Leute, die ihren gesamten Ersatzteilbestand nach Geschäftsaufgabe verkauft haben. Und andere, die den Kram sortieren und die Einzelteile nun bei Ebay reinstellen. Mein schicker Auspuff hat gerade mal ein paar Spuren durch unsachgemäße Lagerung.

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Für die Reifenwahl hab ich auch Google befragt. Bin dabei auf einen Motorradtest gestoßen. Falls jemand im Frühjahr frische Reifen braucht und noch auf historischen Felgen rollt, sollte er sich mal „8 Motorradreifen für Klassiker und Youngtimer im Test“ Motorrad 06/2017 anschauen. Aufschlussreich. https://www.motorradonline.de/motorradr ... 15958.html Schon klar, wer auf dem Contidrome die beste Marke ist.
Vergaserbatterie hab ich mal aufgemacht. Viele Teile völlig verrotzt. Das hab ich deshalb dem Profi überlassen. Für den sind verrotzte Teile kein Problem. Der ersetzt die einfach durch neue. Steht dann auf der Rechnung. Damit der Vergaser dann auch optisch renoviert aussieht, hab ich die Deckel oben und unten poliert.

Irgendwann mal bin ich während des Zusammenbaus wegen der schönen neu lackierten Teile vom Katanafahrer zum Katanagucker geworden. Und hab diese blöde Bierreklame begriffen: Heute ein König!

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Tatsächlich ist das Teil dann doch fertig geworden. Man kann sogar damit fahren. Obwohl so viele Jahre vergangen sind, passt die Maschine wie ein alter Hausschuh. Hab eine Zulassung als Oldtimer. Weiß nicht genau, ob die für mich oder das Motorrad ist.

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DSC07056m.jpg [ 1.93 MiB | 3447-mal betrachtet ]


So nun sind die Bilder wieder verbraucht. Schönen 2. Advent :) :)


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 Betreff des Beitrags: Re: Eigene Katana
BeitragVerfasst: So 6. Dez 2020, 12:58 
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Hallo Graureier,

Herzlichen Glückwunsch zu der gelungenen Restauration, da hast du wieder ein Stück Motorradgeschichte auf die Straße gebracht!

Eins habe ich noch, fehlt dir noch der Riemen für die Sitzbank, oder wird der gerade noch aufgearbeitet?



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 Betreff des Beitrags: Re: Eigene Katana
BeitragVerfasst: So 6. Dez 2020, 20:02 
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Sehr sehr schöner Beitrag
Und super Restaurierung
Ich hoffe wir sehen sie Mal live
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 Betreff des Beitrags: Re: Eigene Katana
BeitragVerfasst: Mo 7. Dez 2020, 18:20 
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Hallo Silverlinekatana,

Riemen für die Sitzbank gibt´s noch. Wird irgendwann mal durch neuen ersetzt. Dann hätt ich die Farbe, wie die Sitzbank eigentlich sein müsste. Oben auf dem Foto, wenn man vergrößert, sieht man bei der Niete auf der Sitzbank einen Rostfleck. Daher kann ich den Riemen eigentlich nicht leiden. Überhaupt sollte sich ja der Beifahrer am Riemen festhalten. So der TÜV damals. Hab noch nie einen Beifahrer gesehen, der so was schafft. Zurück zur Sitzbank. Die müsste irgendwann mal neu bezogen werden. Nur welches Material ist denn dieses Wildlederimitat? Und wer kann denn so etwas? Das es wirklich aussieht wie original. ???

Rückschläge gibt´s natürlich. Wie kommt denn die Ölpfütze unter den Auspuff? Nachforschungen ergaben, die schönen Originalstoßdämpfer müssen weichen. Das hat schon wieder echt viel Zeit gekostet, Ikoni-Stoßdämpfer zu bekommen.

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DSC07043m.jpg [ 1.84 MiB | 3379-mal betrachtet ]


Bin nun dieses Jahr wenigstens 500 km gefahren, aber die Renovierung geht weiter.

Was für Sprit tankt eigentlich die Gemeinschaft? Habe gelesen, 1 % Zweitaktöl dazumischen für bessere Verbrennung. Hat das mal jemand probiert?

Die Renovierung habe ich eigentlich so gemacht, dass die inneren Teile wie Lager schön neu sind, und die äußeren wie Tank, Sitzbank … erst später dran sind. Muss man den Tank innen entrosten und beschichten? Oder reicht nur entrosten?



Aber was mich wirklich interessiert und jetzt oder nächstes Jahr dran ist, ist der Motor. Der jetzige hat 40.000 drauf. Kompression ist gut, 9,5 bis 10,5. Leerlauf ist fast gut. Aber klappert links.

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DSC07053.JPG [ 6.06 MiB | 3379-mal betrachtet ]


Habe gelesen:

Treten diese in Fahrtrichtung links auf, kann der Anlasserfreilauf locker sein. Man hört bei Standgas ein dumpfes Klackern, das bei zunehmender Drehzahl leiser wird.
Wird das Klackern nicht leiser, kann der Lichtmaschinenrotor locker sein. Vor dem Festziehen sollte man unbedingt den Anlasserfreilauf mit überprüfen, da dieser dann meist auch locker ist. Übrigens kann auch nur das Kettenritzel locker sein.
Habe weiter auch gelesen:
Ventilfedern könnten gebrochen oder schlapp sein. Das mit den schlappen Federn kann ich mir vorstellen, wenn so eine Feder 25 Jahre zusammengedrückt ist und die anderen Federn entspannt sind.

Und Linker Zylinder hat schlechtes Kerzenbild, zu schwarz.

Grüße aus dem Nordschwarzwald!


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